Schönste Naturparks Deutschland

Die unterschätzten Naturwunder und architektonischen Meisterwerke unserer Heimat

10 schöne und unbekannte Naturparks in Deutschland.

Um dem Alltag zu entkommen, muss es nicht zwingend ein Urlaub in den klassischen Touristenländern der Welt sein. Erkunde idyllische Naturparadiese und besichtige Bauwerke mit Charme und Historie. Es lohnt sich, abseits der großen Touristenströme in den Naturparks in Deutschland unterwegs zu sein. Denn auch unsere Heimat bietet schöne Orte zur Erholung.

Entdecke die 10 schönsten Naturparks in Deutschland

Nicht nur auf Fernreisen oder beim Besuch von Weltwundern lassen sich außergewöhnliche Naturlandschaften entdecken. Auch vor der eigenen Haustür wirst du erleben können, wie ursprünglich sich die Landschaft präsentieren kann. Dabei hat jedes der vorgestellten Reiseziele seinen ganz besonderen Charme, geprägt vom Zusammenspiel zwischen Natur und Architektur.

1. Naturpark Westensee

Schönste unbekannte Reiseziele Deutschland Westensee
  • Lage: Schleswig-Holstein, zwischen Kiel, Rendsburg und Neumünster
  • Größe: 250 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Kieler Berg (94 Meter)

Der Naturpark Westensee ist gekennzeichnet durch Wiesen, Wälder, sanfte Hügel und stille Seen. Die Landschaft erhielt ihr Gepräge in der letzten Eiszeit. Am Westensee kannst du die Seele baumeln lassen und stimmungsvolle Lichtspiele beobachten. So ist dieser See locker mit den schönsten Seen Deutschlands vergleichbar. Der See ist von dichten Wäldern umgeben und bildet das Herzstück des Naturparks.

Der gleichnamige Ort am Westufer besitzt einen denkmalgeschützten Ortskern. Die Kirche St. Catharina stammt aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt ein romanisches Taufbecken. Zu den sehenswerten Baudenkmälern in Seenähe zählen prächtige Herrenhäuser. Im imposanten Schloss Emkendorf gingen einst berühmte Persönlichkeiten ein und aus. Das Herrenhaus kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Im Sommer finden Konzerte statt.

2. Naturpark Insel Usedom

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  • Lage: Mecklenburg-Vorpommern, zwischen Pommerscher Bucht und Stettiner Haff
  • Größe: 632 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Golm (71 Meter)

Die Insel Usedom ist ist einer der bekannteren Naturparks in Deutschland und von einer vielschichtigen Landschaft gekennzeichnet. Lange Sandstrände laden zum Verweilen ein. Beschaulicher präsentiert sich das Achterwasser. Auf Wanderungen und Radtouren kannst du die Dünenlandschaft, die Salzwiesen und die Wälder durchqueren. In den Buchenwäldern wirst du auf Orchideen und andere seltene Pflanzen treffen.

In den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin beeindruckt die Architektur der wilhelminischen Kaiserzeit. Zu einem Wahrzeichen Usedoms geworden ist die 280 Meter lange Seebrücke. Zwischen Ostsee und Achterwasser befindet sich das kleine Seebad Koserow. Einst soll sich hier der sagenumwobene Ort Vineta befunden haben. Ebenfalls zur Ostsee gehört die wunderschöne Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Hier warten nicht nur viele Veranstaltungen und lange Strände auf Urlauber, sondern auch die Unterbringung ist sehr erschwinglich. So kann der Urlaub hierzulande verhältnismäßig preiswert vonstattengehen.

3. Naturpark Schwalm-Nette

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  • Lage: Nordrhein-Westfalen, im Niederrheinischen Tiefland
  • Größe: 435 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Hocher Busch (86 Meter)

Der Naturpark Schwalm-Nette zählt zu den größten Vogelschutzgebieten in Mitteleuropa. Die beiden Flüsse Schwalm und Nette gaben der Landschaft an der Grenze zu den Niederlanden ihren Namen. Das Areal kann auf Rad- und Wanderwegen erkundet werden. Mehrere Besucherzentren informieren über die hiesige Tier- und Pflanzenwelt.

Die Krickenbecker Seen gruppieren sich um das Wasserschloss Krickenbeck. Hier finden Fischreiher, Braunkelchen oder Fischadler einen Brut- und Rückzugsort. Auf den stillen Seen gedeihen Seerosen und Schwertlilien. Architektonisch von Interesse sind mittelalterliche Dorfkerne, schmucke Reetdachhäuser und intakte Wassermühlen.

4. Naturpark Diemelsee

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  • Lage: Hessen und Nordrhein-Westfalen, Rothaargebirge
  • Größe: 334 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Langenberg (843 Meter)

Inmitten des Rothaargebirges entspringt die Diemel. Zu Füßen des Eisenberges wurde der Fluss zum Diemelsee aufgestaut. Am See ist Wassersport möglich. Die abwechslungsreiche Landschaft wird von Rad- und Wanderwegen durchzogen. Direkt am Diemelsee kannst du den Diemelsteig begehen. Den bekannten Wintersportort Willingen umrundet der Uplandsteig.

Im Norden des Naturparks lohnt Obermarsberg den Besuch. In dem Bergstädtchen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Vor dem alten Rathaus erinnert der Pranger an mittelalterliche Gerichtsbarkeit. Die kopfsteingepflasterten Gassen werden von hübschen Fachwerkhäusern gesäumt. In der Stiftskirche wird auf den heiligen Ort Obermarsberg hingewiesen. Einst befand sich hier ein sächsisches Heiligtum. Wie es ausgesehen hat, zeigt ein Relief an der Kirchentür.

5. Naturpark Münden

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  • Lage: Niedersachsen, zwischen Kassel und Göttingen
  • Größe: 450 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Haferberg (580 Meter)

Wo Werra und Fulda zusammenfließen, beginnt nicht nur der Lauf der Weser, sondern hier befindet sich auch einer der ältesten Naturparks in Deutschland. Der Hohe Hagen ist einer der schönsten Aussichtspunkte im Naturpark Münden. Du kannst hier einen Geologie-Lehrpfad erkunden. In der Moorlandschaft des Hühnerfeldes grasen Island-Pferde.

Am Zusammenfluss von Werra und Fulda liegt mit Hannoversch Münden ein wahres architektonisches Kleinod. Alexander von Humboldt war von Hann. Münden derart fasziniert, dass er die Stadt als eine der am schönsten gelegenen weltweit bezeichnete. Hunderte historische Bürgerhäuser sind im Ortskern zu finden. Das Rathaus repräsentiert die Weserrenaissance. Am Rathausgiebel erinnert ein Glockenspiel an den berühmten Wanderarzt Doktor Eisenbarth, welcher in Hann. Münden die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.

6. Naturpark Hoher Vogelsberg

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  • Lage: Hessen, westlich von Fulda
  • Größe: 883 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Taufstein (773 Meter)

Der Vogelsberg ist das größte Vulkangebirge in Mitteleuropa. Vor etwa 18 Millionen Jahren schossen hier Lavafontänen in den Himmel und Ascheregen ging hernieder. Heute bietet dir die beschauliche Landschaft urwaldähnliche Waldlandschaften und bizarre Felskuppen. Durch den Hohen Vogelsberg verläuft die Hauptwasserscheide zwischen Weser und Rhein.

Prächtige Residenzstädtchen zeugen vom einstigen Machtgehabe der Landesherren. Das Laubacher Schloss ist aufgrund seiner riesigen Bibliothek sehenswert. Der Schlosspark ist wegen seines Pflanzenreichtums weithin bekannt. Die ländliche Sakralbaukunst wird in Sellnrod oder Ulrichstein deutlich. Das Alsfelder Rathaus gilt als prächtigster Fachwerkbau der Region.

7. Biosphärenreservat Spreewald

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  • Lage: Brandenburg, südöstlich von Berlin
  • Größe: 475 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Wehlaberg (144 Meter)

Romantiker dürften bei einer Kahnfahrt durch den Spreewald ins Schwärmen geraten. Die unberührte Landschaft ist von einem ausgedehnten Kanalsystem durchzogen. Das natürliche Binnendelta der Spree umfasst eine Gesamtlänge von 1.550 Kilometern. Aus diesem Grund gilt das Gebiet auch als beliebtes Urlaubsziel in Deutschland. Die geheimnisvolle Landschaft kannst du nur zu Wasser für dich entdecken. Der Blick fällt dabei auf ursprüngliche Streusiedlungen mit zahlreichen historischen Blockhäusern.

Ausgangspunkt für die Besichtigung ist das Städtchen Lübbenau. Das Spreewaldmuseum zeigt die Geschichte und Kultur der Region. Ebenso werden Besucher mit sorbischen Traditionen vertraut gemacht. Am Großen Hafen legen die Gondeln an und es besteht Gelegenheit, die berühmten Spreewaldgurken zu verkosten. Idylle pur erwartet dich im Spreewalddorf Lehde, welches gern als Klein-Venedig bezeichnet wird.

8. Naturpark Haßberge

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  • Lage: Bayern, zwischen Thüringer Wald und Rhön
  • Größe: 804 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Nassacher Höhe (506 Meter)

Vermutlich gaben die Hessen der Region ihren Namen. Hier kannst du eintauchen in eine stille Landschaft, abseits des Massentourismus in einen der ruhigen Naturparks in Deutschland. Die Haßberge kennzeichnen sanfte Hügel und historische Dörfer. In Altenstein erhebt sich die schönste fränkische Burgruine. Im Felsenlabyrinth Lichtenstein kannst du das Ziel leicht aus den Augen verlieren. Naturliebhaber, Radfahrer und Mountainbiker haben die Haßberge für sich entdeckt und in den letzten Jahren aus dem Dornröschenschlaf erweckt.

Burgen, Schlösser und Kirchen lohnen im Naturpark die Besichtigung. Die Wallfahrtskirche Maria Limbach gilt als ein Musterbeispiel des Rokoko. Der festlich ausgemalte Innenraum beeindruckt die zahlreichen Besucher. Das Wasserschloss Brennhausen wurde einst als Kloster erbaut. Mit der Schwedenschanze ist auf uralten Wallanlagen ein moderner Aussichtspunkt entstanden.

9. Naturpark Stromberg-Heuchelberg

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  • Lage: Baden-Württemberg
  • Größe 330 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Baiselsberg (477 Meter)

Zwischen Weinbergen, Wäldern, Teichen und Streuobstwiesen kann der Naturpark Stromberg-Heuchelberg erwandert werden. Die Laubwälder um den Stromberg sind Vogelschutzgebiet. An den Teichen kann gebadet werden. Der Ottilienberg bietet mit seinem ringumwallten Gipfel herrliche Aussichtsmöglichkeiten. Von hier lassen sich die 1.000 Hügelkuppen des Kraichgaus ausmachen. Jährlich im Frühling wird hier der Ottilienberglauf gestartet.

Zu den Hauptanziehungspunkten im Naturpark zählt das Kloster Maulbronn. Die von Teichen umgebene Anlage zählt zum UNESCO-Welterbe. Der Besuch gleicht der Begehung eines Freilichtmuseums. Du kannst in der Klosterstadt einen Blick in Schmiede, Scheune oder Spital werfen.

10. Naturpark Altmühltal

Die schönsten Naturparks in Deutschland Altmühltal
  • Lage: Bayern, zwischen Nürnberg und Kelheim
  • Größe: 2.962 Quadratkilometer
  • Höchste Erhebung: Dürrenberg (656 Meter)

Das Altmühltal zählt zu den vielseitigsten Naturparks in Deutschlands. Das von der Altmühl durchquerte Karstdurchbruchtal ist einmalig in Deutschland. Entlang dieser idyllischen Naturlandschaft können zahlreiche Kulturdenkmäler besichtigt werden. Größte Attraktion ist der Donaudurchbruch unweit des Klosters Weltenburg. Das Benediktinerkloster ist ein Musterbeispiel des Spätbarock. Der schattige Biergarten im Klosterhof ist ein beliebter Rastplatz, wo du unbedingt das Bier aus der Klosterschänke probieren solltest.

Zu den Wahrzeichen des Altmühltals zählen auch die Zwölf Apostel. Der Altmühltal-Radweg führt auf einer Strecke von 164 Kilometern von Gunzenhausen nach Kehlheim. Da nur geringe Steigungen vorhanden sind, ist die Strecke auch für Familien geeignet.