Neben der Nordinsel Neuseelands liegt die einzige aktive Vulkaninsel des Landes, die White Island. Der vollständige Māori-Name für die Insel lautet: „Te Puia o Whakaari“, kurz: Whakaari, was so viel wie „der dramatische Vulkan“ bedeutet.

Der 1600m hohe Vulkan liegt zu 70% unter Wasser, nur die Spitze des Vulkanes ragt 321 Meter über den Meeresspiegel. Diese spektakuläre und sehr heiße Landschaft gehört sicherlich zu den schönsten Highlights der Nordinsel in Neuseeland.

Die White Island liegt knapp 50 km nördlich von Whakatane in der Bay of Plenty und misst etwa 2km im Durchmesser. Die jüngsten Ausbrüche des Vulkans waren in den Jahren 2012 und 2013.

White Island wurde im Jahr 1769 von James Cook entdeckt, welcher die Insel so nannte, weil sie ständig in weißen Nebel gehüllt war. Obwohl er einige Male in der Nähe der Insel war, hatte er nicht bemerkt, dass es sich bei der White Island um einen aktiven Vulkan handelt.

Heute kann die Insel in der Bay of Plenty mit einer geführten Tour besichtigt werden. Ein Schutzhelm und eine Atemschutzmaske sind allerdings Pflicht um sich die bizzare Mondlandschaft anzusehen.

White Island Besichtigung mit einer Tour

Von der Stadt Whakatane in der Bay of Plenty starten mehrere Bootstouren zur Insel. Die Bootsfahrt zur White Island dauert etwas über eineinhalb Stunden.

Anstatt einem Boot kann man auch gleich mit einem Helikopter auf die White Island fliegen. Auch hierfür gibt es verschiedene Anbieter, es ist jedoch verboten die gefährliche Insel ohne einen ausgebildeten Guide zu betreten.

Auf der Insel kann man nicht einfach mal so spazieren gehen. Jeder gewöhnliche Stein kann hier bis zu 100 °C heiß sein, also immer schön auf den ausgetretenen Wegen bleiben.

Durch die austretenden schwefelhaltigen Dämpfe ist hier alles mit Schwefel bedeckt. Anfang des 19. Jahrhunderts startete deshalb der Schwefelabbau auf der White Island.

Die Arbeitsbedingungen auf White Island waren allerdings so schlecht, dass die Arbeiter nur jeweils 3 Monate am Stück auf der Insel arbeiten durften. Nach drei Monaten gingen die Arbeiter also wieder mit viel Geld ans Festland, allerdings oft auch mit bleibenden gesundheitlichen Schäden.

Das verbliebene Metall auf der Insel kann den aggressiven Bedingungen nicht standhalten.  Auch Klamotten und Schuhe werden hier durch die aggressiven Dämpfe angegriffen und zerstört.

Unser Tourguide, welcher hier regelmäßig herkommt, muss sich etwa alle zwei bis drei Monate neue Schuhe kaufen, da die Sohlen dem Schwefel nicht lange standhalten können.

Außer den Steinwänden und den ehemaligen Dachbalken zerfällt hier alles mit der Zeit. Bei den Dachbalken handelt es sich um importiertes Zedernholz aus Amerika. Warum genau es den Dämpfen so gut widersteht, ist nicht bekannt.

 

Nach einem fantastischen Tag wird es Zeit, diesen Ort wieder zu verlassen. Pro Jahr dürfen übrigens nur 10.000 Besucher auf die Insel, welche sich in Privatbesitz befindet.

Die White Island gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Neuseeland und wenn Du gerne mal einen Vulkan aus der Nähe betrachten möchtest, ist hier mit Sicherheit der perfekte Ort dafür…


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